2027 ROTH ROOTS
ROTH ROOTS
Ein Baum ist ein komplexes chemisches System. In Wurzeln, Stamm und Krone laufen permanent Prozesse ab, bei denen Stoffe aufgenommen, transportiert, umgewandelt und gespeichert werden. Photosynthese, Stoffwechsel und chemische Signalwege greifen ineinander und ermöglichen Wachstum, Entwicklung und Anpassung.
Der Carl ROTH Kalender 2027 macht diese faszinierende Chemie Monat für Monat sichtbar. Und zeigt zugleich den Baum als Sinnbild für Carl ROTH: tief verwurzelt, verlässlich gewachsen und offen für Neues.





Frostschutz
JanuarIm Winter schützt sich der Baum durch natürliche Frostschutzmechanismen. Eingelagerter Zucker senkt den Gefrierpunkt der Zellflüssigkeit und verhindert so Schäden durch Eisbildung.
Baumschnitt
FebruarIm Februar ist der Baum noch in der Winterruhe. Beim Baumschnitt tritt an der Schnittstelle gerbstoffreicher Baumsaft aus, der Tannine enthält. Durch Oxidation mit Luftsauerstoff wird eine dunkle Oxidschicht gebildet, die die Schnittfläche schützt.



Abwehrkräfte
MärzIm Frühjahr aktiviert der Baum seine natürlichen Abwehrmechanismen. Dies wird unter anderem durch Salicylsäure ausgelöst.
Wachstum
AprilIm April erfolgt der erste Austrieb. Die im Herbst gebildete und eingelagerte Stärke dient als Reservestoff, der nun wieder in löslichen Zucker umgewandelt wird, und dem Baum die Energie für den ersten Austrieb gibt.




Wachstum – Zusammenspiel
MaiDie Wachstumsphase ist jetzt in vollem Gange. Ein komplexes Zusammenspiel von Auxinen, Gibberellinen und Cytokininen sorgt für Längen-, Dicken- und Wurzelwachstum.
Photosynthese
JuniJetzt nutzt der Baum die Energie des Sonnenlichts für die Photosynthese.
Dabei absorbiert der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll Lichtquanten und wandelt deren Energie in chemische Energie um.




Ligninbildung
JuliIm Sommer lagert der Baum Lignin in seine Zellwände ein.
Das natürliche Biopolymer, benannt nach dem lateinischen Wort „lignum“ für Holz, bewirkt die Verholzung der Zellen und stärkt nachhaltig die Struktur des Baumes.
Fruchtreife
AugustIm Spätsommer bildet der Baum vermehrt das Pflanzenhormon Ethylen. Das Reifegas sorgt für den Farbwechsel der Früchte und deren Süßegehalt.





Speicherung
SeptemberIm Frühherbst bildet der Baum verstärkt Suberin in seinen äußeren Geweben.
Dies führt zur Verkorkung der Zellwände, wodurch Wasserverlust und das Eindringen von Schadorganismen reduziert werden.
Blattfärbung
OktoberIm Herbst beginnt der kontrollierte Abbau des Blattfarbstoffs Chlorophyll.
Dabei werden Magnesium und weitere Nährstoffe aus den Blättern zurückgewonnen, während Carotinoide wie β-Carotin aufgrund ihrer höheren Stabilität sichtbar bleiben und die charakteristische Herbstfärbung verursachen.





Blattfall
NovemberIm Spätherbst steigt die Konzentration des Pflanzenhormons Abscisinsäure. Im Bereich des Blattstiels bildet sich eine verkorkte Trennschicht, die den Blattabwurf ermöglicht. Gleichzeitig werden mit den Blättern auch angesammelte Umweltschadstoffe entfernt.
Barbarazweig
DezemberDer Baum ist in Winterruhe. Um einen Frühling im Dezember zu erleben, kann einem Zweig, der schon Frost erfahren hat, Wasser zugeführt werden. Dadurch verschiebt man das empfindliche Gleichgewicht von Abscisinsäure und Gibberelin und es kommt zur Blüte.

